Die Sonne und der Mond.mp3

 Die Sonne und der Mond                                   

Eskimomärchen

Die Sonne und der Mond waren Geschwister. Einmal im Winter, als große Dunkelheit herrschte, vertrieb man sich in den Häusern die Zeit mit dem Lampenlöschspiel. War das Spiel beendet, führten die Männer die Frau, mit der sie sich bei gelöschten Lampen vergnügt hatten, vor das Haus, zündeten Fackeln an und waren gespannt, mit wem sie zusammengewesen waren.

Als der Mond seine Gespielin hinausgeführt und eine Fackel entzündet hatte, sah er, daß es die Sonne, seine Schwester, war.

Die Sonne schämte sich sehr, schnitt ihre Brüste ab und warf sie ihrem Bruder vor die Füße.

»Wenn ich so nach deinem Geschmack bin, dann kannst du sie auch essen!« rief sie voller Zorn.

Dann lief sie fort, und der Bruder setzte ihr nach. Beide hielten ihre brennenden Fackeln in den Händen.

Plötzlich, als sie so dahinstürmten, begannen sie sich zu erheben und flogen auf den Himmel zu.

Aber der Mond blieb zurück, und seine Fackel erlosch, so daß sie nur noch ein wenig glühte.

Schließlich erreichten beide den Himmel. Die Sonne, die ihre Fackel brennend erhielt, ist leuchtend und heiß. Aber der Mond, dessen Fackel nur glüht, kann nur leuchten, ohne Wärme abzugeben. Im Himmel haben sie nun ihr Haus, das in zwei Räume geteilt ist.

Im großen Sommer geht die Sonne niemals in ihr Haus hinein. Sie ist Tag und Nacht draußen. Und die Erde wird dann herrlich, wenn der Schnee fortschmilzt und die Blumen aus dem Boden sprießen. In dieser Zeit verläßt der Mond niemals sein Haus.

Aber im Winter, wenn die Sonne ihre Wohnung nie verläßt, kommt die große Dunkelheit, und dann wird es den Menschen unheimlich. Der kalte Mond leuchtet dann ganz allein. Aber da er den Menschen auch auf andere Weise helfen soll, verschwindet er zeitweise. Dann muß er nämlich Fangtiere für die Menschen holen. Daher sagt man zum Neumond: »Hab Dank, daß du mit Beute gekommen bist!«

Während der großen Dunkelheit fahren die Menschen nicht auf Fang, sie besuchen sich dann nur gegenseitig und singen Trommelgesänge. Nur wenn ein Bär in die Nähe der Häuser kommt oder sich im Loch eines Eisberges versteckt, zündet man große Fackeln an und jagt ihn.

Wenn das Sternbild des Großen Bären der Morgendämmerung begegnet, werden die Menschen von übergroßer Freude erfüllt, denn dann kommt das Licht bald wieder.

 

 

 

Lili Marleen
Musik: Norbert Schultze
Text: Hans Leip
1939

 

Vor der Kaserne,
Vor dem großen Tor,
Stand eine Laterne
Und steht sie noch davor.
So woll'n wir uns da wiederseh'n,
Bei der Laterne woll'n wir steh'n,
Wie einst, Lili Marleen.

 

Unsere beiden Schatten
Sah'n wie einer aus,
Daß wir so lieb uns hatten,
Das sah man gleich daraus.
Und alle Leute soll'n es seh'n,
Wenn wir bei der Laterne steh'n,
Wie einst, Lili Marleen.

 

Schon rief der Posten:
Sie blasen Zapfenstreich,
Es kann drei Tage kosten!
Kamerad, ich komm' ja gleich.
Da sagten wir Aufwiederseh'n.
Wie gerne wollt' ich mit dir geh'n,
Mit dir, Lili Marleen!

 

Deine Schritte kennt sie,
Deinen schönen Gang.
Alle Abend brennt sie,
Mich vergaß sie lang.
Und sollte mir ein Leid gescheh'n,
Wer wird bei der Laterne steh'n,
Mir Dir, Lili Marleen?

 

Aus dem stillen Raume,
Aus der Erde Grund,
Hebt mich wie im Traume
Dein verliebter Mund.
Wenn sich die späten Nebel dreh'n,
Werd' ich bei der Laterne steh'n
Wie einst, Lili Marleen.

 

 

16 gute nacht mutter.mp3

 

Gute Nacht Mutter
Gute Nacht Mutter, gute Nacht.
Hast an mich jede Stunde gedacht.
Hast dich gesorgt, gegrämt um deinen Jungen,
hast ihm des Abends dein Schlaflied gesungen.

Gute Nacht Mutter, gute Nacht.
Hab dir Kummer und Sorgen gemacht.
Du hast verzieh’n Mutter, du hast gelacht.
Gute Nacht Mutter, gute Nacht.

Heut’ kam ein Brief, den du mir schriebst
Nur ein paar kurze Zeilen
Von Mutterhand, dass du mich liebst
Kam über 1000 Meilen
Plötzlich warst du mir so nah
Saß ich dir zu Füßen
Plötzlich war die Heimat da
Mit 100 lieben Grüßen
Nun ist es spät
Du bist schon müd’
Schwer waren Müh’ und Sorgen
Dein Sohn ist da
Singt dir dein Lied
Schlafe nun ein bis morgen

Gute Nacht Mutter, gute Nacht.
Hast an mich jede Stunde gedacht.
Hast dich gesorgt, gegrämt um deinen Jungen,
hast ihm des Abends ein Schlaflied gesungen.

Gute Nacht Mutter, gute Nacht.
Hab dir Kummer und Sorgen gemacht.
Du hast verzieh’n Mutter, du hast gelacht.
Gute Nacht Mutter, gute Nacht

 

 

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